Willkommensteam für Flüchtlinge Elmshorn e. V.

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Probleme bei der Aktivierung von Prepaid-Karten von Aldi-Talk und anderen kostengünstigen Anbietern

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Vor einer Weile erreichte uns ein Hinweis auf eine Meldung der Verbraucherzentrale Niedersachsen, wonach Asylbewerber, die anstelle eines Ausweisdokuments nur einen Aufenthaltstitel vorlegen können, in letzter Zeit Schwierigkeiten haben, Prepaid-Handykarten zu aktivieren. 

Hintergrund ist die seit Juli 2017 geltende Ausweispflicht bei der Freischaltung von Prepaid-Karten, die im Zuge des Anti-Terror-Pakets der Bundesregierung beschlossen wurde. Prepaid-Karten werden vermehrt auch von Flüchtlingen genutzt, die in der Regel keine langfristigen Mobilfunkverträge abschließen können bzw. wollen. Die Aufenthaltstitel, mit denen sie sich gegenüber Behörden ausweisen, sind aber keine Ausweispapiere im Sinne der Ausweispflicht. Daher hatten Flüchtlinge in Niedersachsen seit Juli 2017 vermehrt Schwierigkeiten, über Aldi-Talk erworbene kostengünstige Prepaid-Karten für ihre Mobiltelefone zu aktivieren.

Wir haben uns einmal bei der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein erkundigt, ob auch hier vergleichbare Fälle bekannt geworden sind – und wie man ggf. damit umgehen kann, damit Flüchtlinge weiterhin Prepaid-Karten erwerben können. Die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein antwortete nun:

 

Tatsächlich haben wir auch von mehreren solcher Fälle gehört.

Das Problem ist, dass 3 von 5 Aufenthaltsdokumente im schlechtesten Fall weder über das Video-, noch das PostIdent-Verfahren zur Authentifizierung taugen. Unsere Marktwächter Digitale Welt versuchen, das Thema in die Medien zu bringen, und sprechen die zuständigen Institutionen an.

Ein Tipp für die Betroffenen wäre, ggf. mit einer Kontaktperson (entweder deutschsprachig oder mit einem leistungsfähigem Smartphone mit „gutem“ Fotoapparat) zusammen das VideoIdent-Verfahren durchzuführen oder alternative Kontaktverfahren zu versuchen. ALDItalk bietet beispielsweise an, eine Authentifizierung über den Kundenservice (siehe Kontaktseite) zu realisieren. Die Probleme können unseres Wissens derzeit bei vielen Discounter-Prepaid-Produkten auftauchen (Aldi, Lidl, Ja!).

In letzter Instanz – so zumindest der Rat der Verbraucherzentrale Niedersachsen – sollten Betroffene die gekaufte Prepaid-Karte zurückgeben, da sie nicht genutzt werden kann. Bei weiter bestehenden Problemen mit der Freischaltung von Prepaid-Karten kann man sich auch an die Verbraucherzentrale des jeweiligen Landes wenden.

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