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„InterTeach“: Neues Programm zur Nachqualifizierung von ausländischen und geflüchteten Lehrkräften an der EUF

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Bundesweit fehlen Lehrerinnen und Lehrer. Die Absolventinnen und Absolventen der Lehramts-Studiengänge reichen bei weitem nicht aus, um die freien Stellen in den Kollegien zu besetzen. Gleichzeitig sind viele qualifizierte ausländische und geflüchtete Lehrerinnen und Lehrer auf der Suche nach einer beruflichen Perspektive in Deutschland. Um dem Lehrermangel entgegenzuwirken, bietet das Land Schleswig-Holstein deshalb diesen Menschen ab Frühjahr 2020 ein Programm zur Nachqualifizierung an. Wie die EUF Ende Dezember mitteilte, beinhaltet der Kurs „InterTeach“ fachliche und fachdidaktische Vertiefungen, Deutschunterricht, Schulhospitation und eine pädagogisch-interkulturelle Qualifizierung. Der Kurs startet im Frühjahr 2020 und wird vom Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes Schleswig-Holstein mit insgesamt 225.000 Euro gefördert. Das Programm wird an zwei Standorten angeboten: An der Europa-Universität Flensburg werden Lehrkräfte für Grund- und Gemeinschaftsschulen nachqualifiziert, an der Christians-Albrecht-Universität zu Kiel Lehrkräfte für das Gymnasium.

„In Syrien und anderen Krisenländern waren viele der Geflüchteten erfahrene Lehrerinnen und Lehrer, dann mussten sie fliehen. In Deutschland möchten sie endlich wieder unterrichten. Das ist nicht einfach“, erklärt Dr. Thomas Duttle, Koordinator der Flüchtlingsprogramme an der EUF. „Denn aufgrund unterschiedlicher Ausbildungswege werden ihre Qualifikationen nicht als gleichwertig zum deutschen Lehramtsabschluss anerkannt. ‚InterTeach‘ qualifiziert internationale, auch geflüchtete, Lehrkräfte für den Beruf der Lehrerin/des Lehrers in Schleswig-Holstein nach und ermöglicht ihnen so einen Einstieg in das deutsche Schulsystem.“

Das Besondere an „InterTeach“: Die Programmteilnehmenden, die allesamt bereits Lehramtsabschlüsse und möglicherweise Lehrerfahrungen aus ihren Heimatländern besitzen, werden später als vollwertige angestellte Lehrkräfte im Schuldienst arbeiten.

Zwei Einschränkungen gibt es: An dem Qualifizierungsprogramm können zum einen nur Lehrkräfte teilnehmen, die in ihrem Heimatland Chemie, Englisch, Mathematik, Physik, Sport oder Technik studiert haben. „Diese Fächer sind sogenannte Mangelfächer“, erläutert Dr. Jens Winkel, Geschäftsführer des Zentrums für Lehrerinnen- und Lehrerbildung (ZfL) der Europa-Universität Flensburg (EUF). „Mit dieser Fächerauswahl bieten wir daher unseren Teilnehmenden eine bessere Chance am Arbeitsmarkt und stärken zum anderen die Schulen in den Fächern, in denen die Not am größten ist.“ Die zweite Einschränkung besteht im Nachweis guter Deutschkenntnisse: Bewerberinnen und Bewerber müssen Deutschkenntnisse mindestens auf B2-Niveau nachweisen können.

„Schulen in Deutschland brauchen seit langem dringend auch die Kompetenz von Lehrkräften mit Migrationshintergrund. Deswegen begrüßt die EUF ausdrücklich die Chance, qualifizierten und engagierten Lehrkräften aus dem Ausland Wege zu eröffnen, im deutschen Schulsystem arbeiten zu können.“, betonte Prof. Dr. Monika Eigmüller, Vizepräsidentin für Europa und Internationales. Das Programm startet im Frühjahr 2020 in Vollzeit, Bewerbungen sind bis zum 31. Januar 2020 über die Internetseite der EUF möglich.

Bewerbungsvoraussetzungen sind:
1.) ein Lehramtsabschluss in einem oben genannten Mangelfach,
2.) eine Bewertung (Anerkennungs-/Anpassungsbescheid) des Lehramtsabschlusses durch das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes Schleswig-Holstein (Ansprechperson: Frau Bartels),
3.) zertifizierte Deutschkenntnisse auf Niveau B2 sowie
4.) ggf. zusätzliche Kenntnisse (z.B. Englischkenntnisse für das Fach Englisch)

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