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Warnung vor Knollenblätterpilzen: Poster in verschiedenen Sprachen für Pilzesammler

2 Kommentare

Aktuell warnt die Deutsche Leberstiftung vor dem Verzehr von Knollenblätterpilzen, die man gelegentlich mit essbaren Speisepilzen verwechseln kann. Wir veröffentlichen daher an dieser Stelle – einige Wochen vor Beginn der Hauptsaison für Pilzesammler – erneut einen Hinweis, den wir bereits im September 2015 verbreitet haben: Helfer, die Flüchtlinge aus Syrien oder anderen Mittelmeerländern begleiten, werden gebeten, sie vor dem giftigen Knollenblätterpilz zu warnen, sofern sie zum Pilzesammeln unterwegs sind.

Für die lebensbedrohliche Wirkung des Knollenblätterpilzes sind laut Leberstiftung sogenannte Amatoxine verantwortlich, vor allem das alpha-Amanitin. Es kann schon ein einzelner verspeister Pilz tödlich giftig sein. Der Knollenblätterpilz ist deshalb so gefährlich, weil in den ersten Stunden nach dem Verzehr keine Beschwerden auftreten. Wenn das Gift Wirkung zeigt, hat es sich bereits im ganzen Körper verteilt. Die Beschwerden setzen nach etwa sechs bis 20 Stunden mit Übelkeit, Erbrechen, krampfartigen Bauchschmerzen und Durchfall ein. Rasch kann sich ein Leber- und Nierenversagen entwickeln. Eine Erhöhung der Leber- und Nierenwerte sind Zeichen einer systemischen Vergiftung.

Der Knollenblätterpilz wächst von August bis Oktober in Laub- und Mischwäldern und kann – wie andere giftige Pilze – mit essbaren Pilzen verwechselt werden. Pilzsammler sollten daher gefundene Pilze vor dem Verzehr von einem Pilzsachverständigen bestimmen lassen.

Die Pilzvergiftung kann behandelt werden. Bei günstigem Verlauf zeigt sich nach sieben bis zehn Tagen ein kompletter Rückgang der Symptome. Es liegt dann eine vollständige Heilung vor. Zur Therapie gehören die intravenöse Gabe von Flüssigkeit und Silibinin. Das Silibinin hemmt die Aufnahme eines Giftes in die Leberzellen. Eine weitere Behandlungsmaßnahme scheint der frühzeitige Einsatz von speziellen Dialyse-Verfahren darzustellen. Erfahrungen zeigen, dass die sogenannte Albumin-Dialyse den Verlauf eines Leberversagens verlangsamen kann.

An der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) gab es 2015 etliche Vergiftungsfälle speziell unter Flüchtlingen aus Syrien. Darauf hat die MHH in einer Pressemitteilung hingewiesen.

Um Flüchtlinge über die Gefahr aufzuklären, hat die MHH ein Poster erstellt und in verschiedene Sprachen übersetzt.

Das Poster auf Arabisch finden Sie hier.

Das Poster auf Kurdisch finden Sie hier.

Das Poster auf Persisch finden Sie hier.

Das Poster auf Deutsch finden Sie hier.

Das Poster auf Russisch finden Sie hier.

Das Poster auf Englisch finden Sie hier.

Das Poster auf Türkisch finden Sie hier.

Das Poster auf Französisch finden Sie hier.

Schnelle Hilfe bei Vergiftungen gibt auch das Giftinformationszentrum-Nord unter der Telefonnummer (0551) 19240. Weniger dringende Fragen zu Vergiftungen beantwortet das medizinische Fachpersonal unter der Telefonnummer (0551) 383180.

2 Kommentare zu “Warnung vor Knollenblätterpilzen: Poster in verschiedenen Sprachen für Pilzesammler

  1. Die links führen nur auf die hauptseite des MHH und nicht zu den verschiedenen sprachigen Postern

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